Altmühltaler Kalksteine e.V.

Solnhofener Naturstein

060f_264_schnecke.jpg

Die Entstehungsgeschichte

Der Solnhofener Naturstein ist - im Zeitraum der Erdgeschichte betrachtet - unwesentlich jünger als der Juramarmor. Seine Entstehung ist zirka 30 Millionen Jahre später anzusetzen. Vor rund 150 Millionen Jahren bildeten sich Plattenkalke, die zu 96 bis 98 Prozent aus kohlensaurem Kalk bestehen und aus reinen Kalkschlammablagerungen unterschiedlicher Dicke entstanden sind. Die sogenannten Flinze kommen im Solnhofener Gebiet in einer gesamten Mächtigkeit von 40 bis 50 Metern vor. Im Eichstätter Gebiet beträgt deren Stärke knappe 5 bis 15 Meter.

Die Schichtfazies (Schichtung, Bankung) besteht im Weißjura hauptsächlich aus Mergel und Kalk in unterschiedlicher Dicke. Bei Schiefer (eigentlich Schieferkalk) handelt es sich um eben- und dünnplattiges Kalkgestein mit einer Dicke unter 1 cm. Plattenkalke werden plattige bis mittelbankige (zwischen 20 und 50 cm) und ebenflächige Kalke genannt mit einer Dicke von mehr als 1 cm. Unter "Flinz" versteht man einen technisch brauchbaren Schiefer oder Plattenkalk mit einer Mindeststärke von 6 bis 7 Millimetern und hellklingendem Ton. "Fäule" hingegen, ein feinschiefrig-blätteriger Mergelkalk, der leicht verwittert, klingt beim Anschlagen dumpf und ist als Baumaterial nicht geeignet.

Die biogenen Bestandteile des Gesteins lassen sich zum Teil als gut erhaltene Versteinerungen in den Schichten entdecken. Während sich im Juramarmor hauptsächlich Ablagerungen von Schwämmen, Algen und Ammoniten finden, existieren zwischen den Plattenkalken aus Solnhofen die größeren Spezies aus der tertiären Pflanzen- und Tierwelt als Fossilien. Neben Pflanzen, Meerestieren und Fischen wurden hier auch die bekannten Exemplare des Archaeopteryx gefunden, einem Dinosaurier, der als Bindeglied zwischen Reptil und Flugtier die Evolutionstheorie Darwins untermauert.


Übersicht

Loading...